Ich lese und höre momentan immer wieder etwas über und von dieser spannenden Theorie, daher hier mal ein kleiner Artikel was das eigentlich ist und was es in Deutschland erreichen könnte.

Die Modern Monetary Theory (MMT) ist eine gesamtwirtschaftliche Theorie, die die Funktionsweise des Geldsystems in den Mittelpunkt ihrer Analyse stellt. Diese basiert auf der Erkenntnis, dass ein Staat, der seine eigene Währung herausgibt, nicht wie ein privater Haushalt sparen muss, um seine Ausgaben zu finanzieren. Stattdessen kann er jederzeit neues Geld schaffen, um öffentliche Güter, Infrastruktur und Dienstleistungen bereitzustellen, solange er dabei die Inflation kontrolliert und die realen Ressourcen der Volkswirtschaft nutzt.

Die MMT stellt somit den gängigen Glauben in Frage, dass eine hohe Staatsverschuldung schädlich oder gefährlich ist. Sie argumentiert, dass diese Kennzahl wenig über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder die Nachhaltigkeit der Fiskalpolitik aussagen. Stattdessen sollte der Fokus auf den realwirtschaftlichen Zielen und den sozialen und ökologischen Herausforderungen liegen, die eine aktive und demokratische Fiskalpolitik angehen kann.

Die MMT ist in den letzten Jahren vor allem in den USA bekannt geworden, wo sie von prominenten Ökonomen wie Stephanie Kelton oder James Galbraith vertreten wird. Sie hat auch Einfluss auf die Politik genommen, zum Beispiel durch die Unterstützung des Green New Deal von Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez. Aber was bedeutet die MMT für Deutschland, das Mitglied der Europäischen Währungsunion ist und somit nicht mehr über eine eigene Währung verfügt?

Die MMT zeigt, dass Deutschland als Teil der Eurozone nicht mehr über die volle monetäre Souveränität verfügt, die es als Herausgeber der D-Mark hatte. Das bedeutet, dass es sich an die Regeln und Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Stabilitäts- und Wachstumspakts halten muss, die eine restriktive Geld- und Fiskalpolitik vorschreiben. Diese Politik hat in den letzten Jahren zu einer chronischen Unterinvestition in öffentliche Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Klimaschutz geführt. Sie hat auch zu einer hohen Exportabhängigkeit und einem hohen Leistungsbilanzüberschuss beigetragen, die die Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone verstärken.

Die MMT plädiert daher für eine Reform der europäischen Institutionen und Regeln, um mehr fiskalische Handlungsspielräume für die Mitgliedstaaten zu schaffen. Sie fordert auch eine stärkere Koordination der Fiskalpolitik auf europäischer Ebene, um eine angemessene Nachfrage und eine gerechtere Verteilung des Wohlstands zu gewährleisten. Die MMT ist somit kein Plädoyer für einen Austritt aus dem Euro oder eine Rückkehr zur nationalen Währung, sondern für eine demokratische Erneuerung der europäischen Integration.

Die MMT bietet eine neue Perspektive auf die Rolle des Staates und des Geldes in der modernen Wirtschaft. Sie eröffnet neue Möglichkeiten für eine progressive Politik, die sich nicht von falschen finanziellen Zwängen einschränken lässt, sondern von den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen ausgeht. Die MMT ist daher nicht nur eine Theorie, sondern auch eine Bewegung für mehr soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit.

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